Warum knirschen Menschen mit ihren Zähne?
Das Knirschen dient dem Stressabbau. Gewisse Leute treiben nach einem
stressigen Tag Sport,
andere wiederum knirschen mit ihren Zähnen, um Stress abzubauen.
Das Knirschen geschieht unbewusst und in den allermeisten Fällen
nachts. Nur wenige Menschen knirschen auch tagsüber.
Ist Knirschen somit nur eine temporäre
Erscheinung?
Tatsächlich gibt es Leute, die nur während einer besonders
stressigen Zeit knirschen und dann von selbst wieder aufhören.
Andere wiederum behalten diese Angewohnheit bei.
Welche Personengruppen knirschen am häufigsten?
Statistische Angaben dazu sind mir keine bekannt. Grosse Zahnschäden
sind allerdings vor allem bei Menschen über 40 festzustellen. In
meiner Praxis habe ich zudem viel häufiger mit männlichen
als mit weiblichen Knirschern zu tun..
Inwiefern schadet Knirschen den Zähnen?
Knirscht jemand über einen längeren Zeitraum, können
dadurch grosse Schäden entstehen. Die Zähne werden immer kürzer
und kürzer. Bei gewissen Patienten reduziert sich die Zahnlänge
innerhalb weniger Jahre um die Hälfte. In diesem Fall ist auch
eine Bisssenkung festzustellen..
Wie genau entsteht diese Bisssenkung?
Der Vorgang ist mit zwei Steinen zu vergleichen, die ständig aufeinander
reiben. Die Oberflächen werden durch die Reibung immer flacher,
passen sich vollständig an und werden durch die Politur spiegelglatt.
Genau das passiert beim Knirschen. Der Schmelzüberzug vom Zahn
wird abgenutzt und die Fassetten des Zahns dadurch flach und poliert..
Welche Konsequenzen hat der Bisshöhenverlust?
Zum einen erfolgt eine ästhetische
Veränderung der Zähne und des Gesichts, in dem die Nasolabialfalte
markanter wird und die Lippen schmäler werden. Das Gesicht wirkt,
ähnlich wie bei zahnlosen Menschen, eingefallen und dadurch älter.
Zum anderen können die Patienten aufgrund des reduzierten Zahnschmelzes
empfindlicher werden. Auch die Anfälligkeit
für Karies steigt an..
Knirschen geschieht unbewusst. Wie
merkt man also, ob man davon betroffen ist?
Häufig ist es der Partner, der die Knirschgeräusche wahrnimmt.
Aber auch der Zahnarzt
kann bei der jährlichen Kontrolle problemlos feststellen, ob
der Zahnschmelz angegriffen ist.
Können Betroffene etwas dagegen
unternehmen?
Eine Nachtschutzschiene ist eine optimale präventive Lösung.
Sie bildet eine Art Pufferzone zwischen den Zähnen und verhindert
so die Abnutzung der Zähne.
Was aber passiert, wenn der Schaden
bereits zu gross ist?
In diesem Fall müssen die Zähne wieder aufgebaut werden.
Dies geschieht in Form einer Zahnverlängerung.
Mit Kunststoff oder Keramik werden zuerst die Seitenbereiche verlängert,
um dann die Front zu rekonstruieren. Doch auch diese Nachbildung ist
nicht knirsch-resistent. Es ist deshalb empfehlenswert nach dem Eingriff
weiterhin eine Schutzschiene zu tragen, um die schönen neuen
Zähne nicht gleich wieder kaputt zu knirschen. Wichtig ist jedoch,
dass die betroffenen Pati enten wissen: Man kann etwas tun. Knirscher
müssen den Bisshöhenverlust und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten
nicht einfach hinnehmen.