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Seit längerem können künstliche Zahnwurzeln
im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs direkt in den Kieferknochen
eingesetzt werden. Auf diesen Implantaten wird später der
Zahnersatz befestigt. In jüngster Zeit wurden
neue Implantationsverfahren entwickelt, die diesen
chirurgischen Eingriff vereinfachen und sicherer für
den Patienten machen.
Interview mit Dr.
Dr. med. dent. Gert Wittwer, ZZG Zahnärzte Zürich
Gartenstrasse
Interview: Sabine Schritt
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Viele Menschen verlieren im Laufe ihres
Lebens einen oder mehrere Zähne. Wann sind Implantate
die richtige Wahl als Zahnersatz?
Als Ersatz einzelner Zähne, wenn eine
herausnehmbare Prothese nicht erwünscht
ist oder wenn eine Brücke aus
zahnärztlicher Sicht nicht in Frage kommt. Ein abnehmbarer Zahnersatz kann
mithilfe eines Implantates stabilisiert
werden.
Welche Voraussetzungen muss ein
Patient erfüllen, dass ein Implantat überhaupt in
Frage kommt?
Bei den meisten Patienten ist heutzutage
eine Implantattherapie möglich. Rauchen kann die Haltbarkeit von Implantaten
verringern. Zur Klärung einer Behandlung ist auf jeden Fall eine genaue
klinische Untersuchung
notwendig.
Wie sieht eine genaue Abklärung aus?
Bei einfachen Implantationen reicht
neben einer genauen klinischen Untersuchung
ein einfaches Röntgenbild.
Bei schwierigen Verhältnissen ist meist
eine Computertomographie notwendig.
Welche Implantationsverfahren sind heute üblich?
Neben der herkömmlichen Technik,
die sich über viele Jahre gut bewährt hat, bei der nach der Darstellung
des
Kieferkammes das Implantatbett
präpariert und dann das Implantat eingesetzt wird, kommen zwei neue Implantationsverfahren
zur Anwendung:
Bei der Computer geführten Navigation wird der Kiefer als 3-D Darstellung
auf ein Computer übertragen. Dort erfolgt die Planung der Implantatpositionen
im Kiefer. Dann wird der Computer mit Hilfe eines Trackersystems mit dem Patienten
gekoppelt.
Die Implantation erfolgt durch
den Operateur unter Führung des
Computers.
Das bedeutet, dass der Computer
das Implantat steuert?
Ja, genau. Der Vorteil ist, dass der Operateur
mit Hilfe des Computers eine erweiterte
Sicht des Operationsgebietes
hat. Voraussetzung ist aber ein gutes
dreidimensionales Vorstellungsvermögen
des Operateurs.
In welcher Weise profitiert der Patient von diesem Verfahren?
Das bestehende Knochenangebot
kann besser ausgenutzt werden und
bedingt durch die erweiterte Sicht ist
es nicht mehr notwendig, die Schleimhaut
so stark zu eröffnen. Nach dem Eingriff haben die Patienten eine geringere
Neigung zur Schwellung,
Schmerz und Blutergüssen.
Welches Verfahren gibt es noch?
Bei der Schablonen geführten Implantation werden die Implantate auch am
Computer geplant, aber anschliessend wird eine Schablone erstellt, welche entweder
bei zahnlosen Patienten direkt auf den Kiefer oder auf die Schleimhaut oder bei
teilbezahnten Patienten auf die Restbezahnung aufgesetzt wird. Der Operateur
muss sich
dann komplett auf die Führung durch die Schablone verlassen, da diese starr
Richtung und Tiefe der Implantatbettpräparation
vorgibt.
In welchen Fällen wenden Sie
die neuen Operationsverfahren an?
Die Computer gestützten Verfahren
eignen sich für die Planung und
Durchführung von Implantationen bei
schwierigen Kieferkammverhältnissen
und bei Patienten, die eine erhöhte Blutungsneigung aufweisen. Das Schablonen
geführte Implantationsverfahren wurde von der Industrie massiv forciert,
obwohl ein sinnvoller
Einsatz für einen geübten Implantologen
beschränkt ist.
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